GEMEINSAM für Fairness, Respekt und Toleranz

Auszeichnungen & Ehrungen

Julius-Hirsch-Preis 2011 des Deutschen Fußball-Bundes (DFB)

Auszeichnung für das Gräfenberger Sportbündnis – Interessengemeinschaft Fairness, Respekt und Toleranz im Sport Gräfenberg und Umgebung

Gräfenberger Sportbündnis wird Zweiter beim Wettbewerb um den Julius Hirsch Preis 2011

Am Wettbewerb haben bundesweit 61 Vereine, Initiativen und Organisationen teilgenommen. In der Jury zur Preisvergabe waren namhafte Persönlichkeiten, wie beispielsweise Herr Dr. Thomas Bach (Vize-Präsident des Olympischen Komitees), Herr Dr. Theo Zwanziger (Präsident des DFB), Herr Dr. Reinhard Rauball (Ligapräsident), Frau Charlotte Knobloch, Herr Dr. Schily (ehemaliger Innenminister) sowie weitere Personen des öffentlichen Lebens.

Der 1. Preis ging nach Wiesbaden für das Projekt „Jugendinitiative Spiegelbild“ des "Aktiven Museums Spiegelgasse und der 3. Preis an das Fanprojekt „DoppelPass – SVW-Fans gegen Gewalt und Rassismus“ vom SV Waldhof Mannheim.

Das Gräfenberger Sportbündnis – Interessengemeinschaft Fairness, Respekt und Toleranz im Sport Gräfenberg und Umgebung wurde mit dem 2. Preis ausgezeichnet.

Zu den bisherigen Preisträgern zählen u. a. beispielsweise der FC Bayern (2005), Eichenkreuz Nürnberg (2007) Werder Bremen (2008), SV Sedlitz Blau Weiß (2010) und weitere Vereine und Verbände.


Foto: privat
Die diesjährigen Preisträger aus Wiesbaden, Mannheim und Gräfenberg mit dem Ehrenpreisträger Thomas Hitzlsperger während der Preisverleihung in Düsseldorf

 


Eingescannte Verleihungsurkunde

 

Bericht von der Verleihung des Julius Hirsch Preises in Düsseldorf am 11.10.2011

Martin Hofmann, 1. Vorstand ASV Forth

Das im Jahr 2009 auf Initiative von Ludwig K. Haas gegründete „Gräfenberger Sportbündnis“ wurde zweiter Preisträger des diesjährigen Julius-Hirsch-Preises. Diesem Bündnis gegen Rassismus und Gewalt im Sport gehören der SC Egloffstein, der SV Ermreuth, der ASV Forth, der TSV Gräfenberg, der SV Hiltpoltstein, der FC Stöckach, der FC Thuisbrunn, die SpVgg Weißenohe und neuerdings auch der 1. FC Eschenau an. Diese hohe Auszeichnung wurde im Rahmen des EM-Qualifikationsspieles Deutschland – Belgien am 11.10.2011 in Düsseldorf durch den stellv. Jury-Vorsitzenden Eberhard Schulz überreicht.

Die Gräfenberger Vertreter mit Ludwig K. Haas an der Spitze und Melitta Nagy (FC Thuisbrunn), Harald Denk (TSV Gräfenberg) sowie Martin und Monika Hofmann (ASV Forth) waren neben der offiziellen Preisvergabe auch Ehrengäste des DFB beim Länderspiel. Viele bleibende Erlebnisse und persönliche Eindrücke in der Rheinmetropole Düsseldorf waren natürlich mit dieser Preisverleihung verbunden.

Wer war Julius Hirsch?
Viele jüdische Sportler und natürlich auch Fußballer hatten in der Zeit bis 1945 das sportliche Geschehen in Deutschland sehr nachhaltig mitgestaltet. Einer dieser herausragenden Sportler und Fußballer war Julius Hirsch, der am 07.04.1892 in Achern (Schwarzwald) geboren wurde. Der geliebte Fußball stand im Mittelpunkt seines Lebens. Er wurde im Jahr 1910 Deutscher Meister mit dem Karlsruher FV und im Jahr 1911 Deutscher Nationalspieler. 1912 hatte Hirsch an den Olympischen Spielen in Stockholm teilgenommen. Im Jahr 1913 wechselte er nach Franken zur SpVgg Fürth und wurde mit den Fürthern im Jahr 1914 erneut Deutscher Meister. Julius Hirsch war Mittelstürmer und gefürchteter Torjäger. Im Jahr 1923 hat er seine aktive Laufbahn beendet und wurde Trainer beim Karlsruher FV. Die nationalsozialistische Entwicklung hatte ihn dann 1933 zum Austritt aus seinem Heimatverein bewogen. Der Deutsche Fußballbund hatte seinen Vereinen die Order erteilt, dass Juden in sportlichen Führungspositionen nichts verloren hätten. Daraus zog Hirsch seine persönlichen Konsequenzen.

In den Folgejahren wurde der erfolgreiche Kaufmann Julius Hirsch zur Zwangsarbeit verpflichtet und im Jahr 1943 zum Osteinsatz abkommandiert. Im Jahr 1943 wurde er im KZ Auschwitz ermordet.

Auch für alle Sportler muss daher die Vita von Julius Hirsch mahnendes und wegweisendes Beispiel sein.

Preisverleihung – warum ?
Der Deutsche Fußballbund (DFB) zeichnet seit dem Jahr 2005 Personen, Initiativen und Vereine aus, die sich gegen Ausgrenzung, Antisemitismus und Rassismus engagieren. Das persönliche Schicksal eines erfolgreichen Fußballers jüdischer Abstammung muss für alle demokratisch gesinnten Bürger und Sportler Aufforderung und Mahnung sein, dass sich dieses traurigste Kapitel der deutschen Geschichte auf keinen Fall mehr wiederholt. Diese Aufforderung richtet sich im Besonderen an junge Menschen, für die die deutsche Geschichte oft weit entfernt erscheint.

Damit ist die Aufforderung an alle Sportler verbunden:

  • sich mutig und standhaft für Menschenrechte einzusetzen,
  • Toleranz und Fairness im Miteinander zu zeigen und
  • jeglichen Fremdenhass entgegen zu treten und abzulehnen.

Die diesbezüglichen Initiativen des DFB und auch des Bayerischen Fußball-Verbandes „Fairness – Respekt – Toleranz“ sollen diese Werte in das persönliche Bewusstsein eines jeden Sportlers rufen und  richten sich hauptsächlich an die jüngere Generation.

Für diese Ziele tritt auch das „Gräfenberger Sportbündnis“ ohne wenn und aber und mit allem Nachdruck ein. Ursächlich für diese gemeinsame Aktion der Bündnisvereine waren die vielen Nazi-Aufmärsche in Gräfenberg und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Gesellschaft und damit natürlich auch auf die Vereine. Die vielen gemeinsamen Aktionen des Sportbündnisses (z. B. T-Shirt-Aktion, Selbstverpflichtungserklärung, öffentliche Publikationen, Schulung der Verantwortungsträger in der Jugendarbeit) haben die Wertmaßstäbe „Fairness – Toleranz – Respekt“ in den öffentlichen Fokus und damit auch in das persönliche Bewusstsein der Sportler gestellt. Der Sport ist ein starker ziviler Mitspieler in unserer Gesellschaft und kommt dieser seiner Verantwortung auch nach.

Diesjährige Preisträger
61 Bewerbungen aus ganz Deutschland lagen der hochkarätig besetzten Jury unter Vorsitz des DFB-Präsidenten Dr. Zwanziger für den diesjährigen Preis vor. Der Jury gehören u. a. der frühere Bundesinnenminister Otto Schily, DOSB-Präsident Dr. Thomas Bach, Ligapräsident Dr. Reinhard Rauball sowie die ehemalige Vorsitzende des jüdischen Zentralkomitees, Frau Charlotte Knobloch, an.

Erster diesjähriger Preisträger wurde die „Jugendinitiative Spiegelbild“ aus Wiesbaden, die sich zum Ziel gesetzt hatte, die deutsch-jüdische Geschichte örtlich bezogen aufzuarbeiten. Darin inbegriffen war die faktische Aufarbeitung der Konfliktbewältigung von zwei rivalisierenden ausländischen Fußballmannschaften. Der zweite Preis ging an das Gräfenberger Sportbündnis – Interessengemeinschaft Fairness, Respekt und Toleranz im Sport Gräfenberg und Umgebung.
Der dritte Preis wurde an die Faninitiative „DoppelPass“ vom SV Waldhof Mannheim vergeben. Diese Initiative hatte sich im Jahr 1999 aufgrund von Fanausschreitungen im Stadion und der damit verbundenen Verbreitung rechtsradikalen Gedankenguts gegründet. Sehr erfolgreich hat die Gruppe daran mitgewirkt, das sportliche Image dieses bekannten Traditionsvereins wieder aufzupolieren.

Verleihung im Düsseldorfer Meilenwerk
Würdiger äußerer Rahmen der Preisverleihung war das „Meilenwerk“ in Düsseldorf, ein früherer Lokschuppen der Bahn und ein heutiges Kulturzentrum. Rund 350 zum Großteil hochrangiger Gäste waren bei der Preisverleihung dabei, so das fast komplette DFB-Präsidium, die Spitze des Bayerischen  Fußballverbandes mit dem Präsidenten Dr. Rainer Koch und dem Vizepräsidenten Reinhold Baier sowie viele bekannte Fußballer wie z. B. Uwe Seeler, Felix Magath, Otto Rehagel, Marco Bode oder Thomas Hitzlsperger.

Mit der Preisverleihung ging die beeindruckende und wirklich nachdenkliche Wanderausstellung „Zug der Erinnerung“ einher. Mehrere Zugwaggons mit einer historischen Dampflok waren auf einem Gleis abgestellt. In den Waggonabteilen waren eine Vielzahl persönlicher Einzelschicksale jüdischer Bürger schaubildlich dargestellt und beschrieben. Die Deutsche Reichsbahn war in den Jahren 1942/1943 hauptverantwortlich für die Judentransporte in die Lager Theresienstadt, Auschwitz, Buchenwald und Treblinka.
Diese Ausstellung ging allen Teilnehmern stark „unter die Haut“, weil sie nämlich die Brutalität und die Unmenschlichkeit des damaligen Nazi-Regimes mehr als verdeutlichte.
Das Düsseldorfer Meilenwerk war u. a. deshalb ein sehr authentischer Verleihungsort, weil Düsseldorf im Jahr 1943 eine Zwischenstation der letzten Fahrt von Julius Hirsch war.

Schulterschluss mit Thomas Hitzlsperger
Der Julius-Hirsch-Preis wird auch als Ehrenpreis für besonderes persönliches Engagement im Fußball vergeben. Diesjähriger Ehrenpreisträger ist Thomas Hitzlsperger, 50-facher deutscher Nationalspieler und aktueller Bundesligaprofi beim VfL Wolfsburg. Hitzlsperger engagiert sich in vielfältiger Weise gegen Rassismus und gegen jegliche Form der Gewalt, so u. a. seit 2008 als Botschafter der Aktion „Gesicht zeigen“ sowie als Kolumnist für den Internetblock „Störungsmelder“. Seine Laudatorin, die Nachrichtensprecherin Dunja Hayali, charakterisierte ihn als „ganz anderen Fußballer“. Seiner Vorbildverpflichtung für Kinder und Jugendliche kommt Hitzlsperger in vorbildlicher Weise nach.
Auch die „Gräfenberger“ hatten am Vorabend der Preisverleihung, und zwar in lockerer und geselliger Runde, lange mit Thomas Hitzlsperger gesprochen und ihn als bodenständigen, standhaften und werteorientierten jungen Menschen mit bayerischer Wurzel kennen und schätzen gelernt. Thomas Hitzlsperger hat auch spontan zugesagt, die Gräfenberger Vereinsgemeinschaft bei nächster Gelegenheit persönlich zu besuchen; inzwischen hat er diese mündliche Zusage schriftlich bestätigt.

Bündnisarbeit geht weiter
Die vielfältigen Aktivitäten des Gräfenberger Sportbündnisses beruhen hauptsächlich auf dem ganz persönlichen und herausragenden Engagement von Ludwig K. Haas, der seit der Gründung als Mentor und Hauptinitiator fungiert. Die Julius-Hirsch-Auszeichnung ist daher auch als öffentliche Anerkennung seiner persönlichen Arbeit zu sehen.
So war seine abschließende freudige Botschaft auch unmissverständlich. Haas: „Die Sportler bekennen weiterhin Farbe und werden ihre gesellschaftlichen Ideale auch in Zukunft aufrichtig und standhaft vertreten. Die Arbeit des Sportbündnisses wird fortgesetzt.“

Das erhaltene Preisgeld in Höhe von 6.000,00 € wird in die Präventionsarbeit, vor allem aber in die Jugendarbeit sowie in die Ausbildung von Trainern und Betreuern investiert.

 

Veröffentlichungen zum Julius Hirsch Preis 2011 (Auswahl)

Internet-Beitrag des DFB zum Julius-Hirsch-Preis 2011

Auszüge aus Internetbeitrag des Deutschen Fußball-Bundes. Der vollständige Bericht kann mit nachstehendem Link aufgerufen werden:

http://www.dfb.de/index.php?id=500014&tx_dfbnews_pi1%5bshowUid%5d=28742&tx_
dfbnews_pi4%5bcat%5d=221

 

Hochkarätig besetzt: die Jury

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) zeichnet seit dem Jahr 2005 Personen, Initiativen und Vereine aus, die sich gegen Ausgrenzung, Antisemitismus und Rassismus engagieren. Dieses Jahr geht der Preis an die Wiesbadener Jugendinitiative "Spiegelbild". DFB-TV zeigt die drei Gewinner des Julius-Hirsch-Preises im Video. Die Reihe endet mit dem ersten Platz: der Jugendinitiative "Spiegelbild".

Eine Jury unter Vorsitz von DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger hatte im August bei ihrer Sitzung in Frankfurt über die Preisträger entschieden. Bereits zum siebten Mal verleiht der DFB den Julius-Hirsch-Preis und erinnert damit an den 1943 in Auschwitz-Birkenau ermordeten deutschen Nationalspieler jüdischen Glaubens.

"Fußball darf nie wieder ausgrenzen"

„Fußball darf nie wieder ausgrenzen. Im Gegenteil, der Fußball kann und muss Menschen und Völker in ihrer Vielfalt verbinden und dadurch einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Frieden leisten. Dieser Preis ist heute wichtiger als vor fünf Jahren. Und er wird in zehn Jahren noch wichtiger sein“, sagt Dr. Theo Zwanziger.

Die „Jugendinitiative Spiegelbild“ des "Aktiven Museums Spiegelgasse“ hat sich zum Ziel gesetzt, die deutsch-jüdische Geschichte in Wiesbaden zu bewahren. Im vergangenen Jahr holte der Verein die Ausstellung „Kicker, Kämpfer und Legenden - Juden im deutschen Fußball“ in die hessische Landeshauptstadt. Das Museum startete zudem das Projekt „Spurensuche am Ball“, bei dem sich mehrere Schülergruppen einer Wiesbadener Hauptschule mit Themen wie Rassismus und Zivilcourage auseinandersetzten.

Engagiert gegen Neonazis

Der zweite Preis geht an das Gräfenberger Sportbündnis, einen Zusammenschluss von acht Fußballvereinen, der mit zahlreichen Aktionen dazu beigetragen hat, dass heutzutage keine Neonazis mehr in der fränkischen Kleinstadt aufmarschieren.

Über viele Jahre war die Gemeinde nördlich von Nürnberg ein „Wallfahrtsort“ rechtsextremistischer Gruppierungen gewesen. Innerhalb von drei Jahren hatten sich die Neonazis 40-mal in Gräfenberg versammelt. Seit Oktober 2009 aber hat kein offizieller Aufmarsch mehr stattgefunden - auch dank der engagierten Fußballer.

Das Fanprojekt „DoppelPass - SVW-Fans gegen Gewalt und Rassismus“ vom SV Waldhof Mannheim ist mit dem dritten Preis ausgezeichnet worden. Rechtsradikale Fangruppen hatten das Image des Traditionsklubs in den 90er-Jahren durch ihr fremdenfeindliches Verhalten stark beschädigt. Seit mehr als zehn Jahren erhebt der „DoppelPass“ seine Stimme gegen die rechte Propaganda, etwa mit einem Banner „Stimmung gegen Rassismus“ im Stadion sowie der Radiosendung „DoppelPass on Air“.

 

"Jugendlichen Geschichte und Werte vermitteln"

 Seit 2005 verliehen: Julius-Hirsch-Preis

„Mich begeistert und berührt die Bandbreite der eingereichten Projekte“, sagt Andreas Hirsch, der Enkel des ehemaligen Nationalspielers. „Schulprojekte, Faninitiativen, Fußballvereine und auch zahlreiche Einzelpersonen nutzen die Faszination des Fußballs für einen gemeinnützigen Zweck, nämlich unseren Jugendlichen Geschichte und Werte zu vermitteln. Ich bin froh und stolz, dass der Name meines Großvaters über einer so beeindruckenden gesellschaftlichen Initiative steht.“

Insgesamt 61 Projekte wurden beim DFB eingereicht, aus denen die Jury die drei Sieger ausgewählt hat. Die Preise werden im Rahmen des Länderspiels gegen Belgien am 11. Oktober in Düsseldorf verliehen.

 

Internet-Beitrag des Bayerischen Fußball-Verbandes

Auszug. Der vollständige Bericht mit "Fair ist mehr"-Sonderpreis für "Fair Play in unserer Region" kann mit nachstehendem Link aufgerufen werden: http://www.bfv.de/cms/seiten/39356_dfb_ehrt_bayerische_projekte_66953.html

 

DFB ehrt bayerische Projekte

 Foto: BFV
BFV-Präsident Dr. Rainer Koch (von li.n. re..), Martin Hofmann (ASV Forth), Ludwig K. Haas (FC Stöckach), Ehrenpreisträger Thomas Hitzlsperger, BFV-Vizepräsident Reinhold Baier . Vorne v. li.: Monika Hofmann (ASV Forth), Melitta Nagy (FC Thuisbrunn), Harald Denk (TSV 09 Gräfenberg)

In ganz Bayern engagieren sich Fußballvereine und deren Mitarbeiter mit vielfältigen Projekten gegen Rassismus, Diskriminierung, Gewalt und für Fairplay. Im Vorfeld des EM-Qualifikationsspiels Deutschland gegen Belgien hat der DFB jetzt in Düsseldorf zwei dieser Projekte gewürdigt: Das "Gräfenberger Sportbündnis" wurde für den 2. Platz beim seit 2005 vergebenen Julius-Hirsch-Preis ausgezeichnet und die Initiative "Fair Play in unserer Region" mit dem Sonderpreis der DFB-Aktion "Fair ist mehr" bedacht. "Wir haben in Bayern viele tolle Projekte und Initiativen und es freut mich, dass zwei sicherlich herausragende Projekte und ihre Initiatoren jetzt auch bundesweit nicht nur wahrgenommen sondern auch gewürdigt wurden. Unsere Sportart steht für Fairplay, das Akzeptieren von Regeln, die Achtung des sportlichen Gegners, Gewaltfreiheit und Toleranz. Und solche Auszeichnungen sind wiederum auch Anreiz für andere, sich diesen Themen noch mehr zu widmen", erklärte BFV-Präsident Dr. Rainer Koch, der zusammen mit BFV-Geschäftsführer Jürgen Igelspacher und BFV-Vizepräsident Reinhold Baier den Siegern in Düsseldorf gratulierte.

Julius-Hirsch-Preis - 2. Platz - für das "Gräfenberger Sportbündnis"

Über viele Jahre war die Gemeinde Gräfenberg nördlich von Nürnberg ein "Wallfahrtsort" rechtsextremistischer Gruppierung. Innerhalb von drei Jahren hatten sich Neonazis rund 40-mal in Gräfenberg versammelt. Insgesamt acht Fußballvereine haben sich auf Initiative des Bürgerforums zum "Gräfenberger Sportbündnis" zusammengeschlossen, um diesen Versammlungen Einhalt zu gebieten. Unter dem Motto "Die Welt ist bunt - der Sport auch!" setzen sich die acht Fußballvereine seit nunmehr zwei Jahren gemeinsam für mehr Fairness, Respekt und Toleranz im Sport ein. Und mit kreativen und gewaltfreien Gegendemonstrationen trug das Bündnis dazu bei, dass seit Oktober 2009 kein offizieller Aufmarsch rechtsextremer Gruppen mehr in der Gemeinde stattgefunden hat.

Im Rahmen des Projekts bieten der SC Egloffstein, der SV Ermreuth, der ASV Forth, der TSV 09 Gräfenberg, der SV Hiltpoltstein, der FC Stöckach, der FC Thuisbrunn und die SpVgg Weißenohe zudem Schulungen und Workshops an, in denen Trainer, Funktionäre und Sportler den richtigen Umgang mit Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierungen lernen. Die Initiative greift dabei auch auf Angebote des Bayerischen Fußball-Verbandes zurück. Alle acht Klubs haben die BFV-Kurzschulungen "Fit für Kids", "Bleib im Spiel" und "Gemeinsam sind wir stark" durchgeführt. In einer "freiwilligen Selbstverpflichtung", die im Mai 2011 auch von BFV-Präsident Dr. Rainer Koch und weiteren BFV-Spitzenvertretern unterzeichnet wurde, geben die Vereine ein klares Bekenntnis zur Achtung und Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und Einhaltung von Fairness- und Toleranzregeln ab.

"Es macht mich sehr stolz, dass unsere erfolgreiche Arbeit auch vom DFB honoriert worden ist. Das hilft uns auf unserem Weg sicher weiter und macht deutlich, was wir bislang schon alles erreicht haben", freut sich der Initiator des Bündnisses Ludwig Haas über die besondere Auszeichnung.

 

Fränkischer Tag – Zeitungsbericht vom 26.09.2011

Hand in Hand

 

Bündnis für Demokratie und Toleranz Gegen Extremismus und Gewalt
News Internet-Beitrag vom 26.10.2011

Zweiter Platz beim Julius-Hirsch-Preis (DFB) für Gräfenberger Sportbündnis

Vor einiger Zeit berichtete das Bündnis für Demokratie und Toleranz (BfDT) in seinem Newsletter über das Projekt „Fairness, Respekt und Toleranz im Sport – für eine demokratische Gesellschaft“. Initiator des breiten Sportbündnisses ist Ludwig K. Haas, der sich bereits im Gräfenberger Bürgerforum engagierte.

Als Bürger der 4000-Einwohner-Stadt, unweit von Wunsiedel, wo sich das BfDT seit seiner Gründung intensiv in und um die Stadt herum engagiert, musste Haas miterleben wie der „braune Spuk“ Jahr für Jahr in dem kleinen Ort aufmarschierte. Das Gräfenberger Bürgerforum, bestehend aus verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen, wurde gegründet und stellte sich unermüdlich den Rechtsextremen entgegen. Seit zwei Jahren kam es zu keinen weiteren Aufmärschen. Um diesen Erfolg zu verstetigen und insbesondere dauerhaft die Köpfe von Jung und Alt für Demokratie und ein respektvolles Miteinander zu gewinnen, wurde das nunmehr am 11. Oktober 2011 vom DFB mit dem Julius-Hirsch-Preis ausgezeichnete Projekt „„Fairness, Respekt und Toleranz im Sport – für eine demokratische Gesellschaft“ ins Leben gerufen. Der Erfolg des Projekts, so betont es auch Haas, liegt in der Bereitschaft zum engagierten Mitwirken der vielen einzelnen Sportvereine. Gemeinsam setzen sie, u.a. durch öffentlichkeitswirksame Aktionen, ein Zeichen gegen Intoleranz und Hass und klären in Schulen und bei öffentlichen Veranstaltungen auf.

Mit dem Julius-Hirsch-Preis gedenkt der Deutsche Fußball-Bund jedes Jahr seinen während der Nazidiktatur verfolgten und ermordeten jüdischen Mitgliedern. Der Namensgeber des Preises, bis 1933 siebenfacher Nationalspieler beim Karlsruher FC, wurde 1943 in Auschwitz ermordet. Der erste Preis ging in diesem Jahr an die Jugendinitiative „Spiegelbild“ aus Wiesbaden. Sie initiierte eine Projekt, in dem sich Schüler u.a. auf die Spuren von jüdischen Fußballern begaben. Das Mannheimer Projekt „Doppelpass“ erhielt den 3. Preis. Ehrenpreisträger 2011 wurde der ehemalige Nationalspieler Thomas Hitzlsperger, der u.a. für das Internetportal „Störungsmelder“ schreibt und sich vielfach öffentlich gegen Extremismus und Intoleranz positionierte.

 

Nordbayerische Nachrichten – Zeitungsbericht vom 11. Oktober 2011

Toleranz auf dem Rasen

Julius-Hirsch-Preis für das Gräfenberger Sportbündnis

VON BEKE MAISCH GRÄFENBERG

Wie kann man Kinder und Jugendliche sensibilisieren, damit Gewalt und Rassismus keinen Platz mehr haben in der Gesellschaft? Neun Sportvereine haben sich zusammengetan, um ihren Beitrag dafür zu leisten. Nun erhält das Gräfenberger Sportbündnis dafür den Julius-Hirsch-Preis des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Der vollständige Bericht kann mit nachstehendem Link aufgerufen werden: http://www.nordbayern.de/region/forchheim/toleranz-auf-dem-rasen-
1.1571627?searched=true

 

Filme und Bilder zum Julius Hirsch Preis 2011

Film:
Julius-Hirsch-Preisträger 2011: Gräfenberger Sportbündnis http://tv.dfb.de/index.php?view=3764

Film:
Verleihung des Julius-Hirsch-Preises 2011
http://tv.dfb.de/index.php?view=3812

Bilder von der Preisverleihung (zum vergrössern bitte anklicken):